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2010-10-29 Potsdam - Festival Unidram

in 2010 14.10.2010 19:12
von Forumsleitung • Forumsleitung | 1.990 Beiträge

UNIDRAM 2010

Liebe Theaterfreunde!

Sehr geehrte Damen und Herren!
Vom 29. Oktober bis zum 06. November werden 15 Theater aus Italien, Tschechien, Ungarn, Deutschland, Frankreich, Polen, der Schweiz und den Niederlanden ihre Theater-Visionen in der Schiffbauergasse in Potsdam zeigen. Ein besonderer Höhepunkt des vom T-Werk veranstalteten 17. Internationalen Theaterfestivals UNIDRAM ist neben einer Vielzahl von Deutschland-Premieren die Lange Nacht der kurzen Stücke am 02. November.

Mit der Veröffentlichung des Programms auf www.unidram.de und www.t-werk.de besteht die Möglichkeit, Karten im bequemen print@home-Verfahren per Bankeinzug zu erwerben oder über kontakt@t-werk.de zu reservieren.

Anbei sende ich Ihnen eine Programmübersicht für das diesjährige Festival sowie ein Bestellformular für Kartenreservierungen. Das ausführliche Programmheft, das wir Ihnen auf Wunsch auch postalisch zusenden, wurde ebenfalls auf www.unidram.de zum direkten Downloaden veröffentlicht.

Gern stehen wir Ihnen unter 0331-719139 für weitere Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens-Uwe Sprengel
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Programmübersicht UNIDRAM 2010
Fr, 29.10.10 20 Uhr T-Werk
figuren theater tübingen (Tübingen/Deutschland)
salto.lamento oder die nächtliche Seite der Dinge
Figurentheater mit Live-Musik
Eine Schublade öffnet sich: geheime Botschaften entweichen ihr und locken Wesen hervor, halb Tier, halb Mensch. Zentaurengebilde, die ins Hinterzimmer der Erinnerung drängen. Dort begegnet ihnen ein vielgesichtiger Tod, leichthändig und tänzerisch. Ein morbides Reich zwischen Lebenslust und Verfall – immer wenn der Tod scheinbar gesiegt hat, entwächst der Asche neues Leben. Aus der Beschäftigung mit Totentanz-Darstellungen entstand mit schräger Ironie zu den abendländischen Mythen ein Vergänglichkeitsreigen aus poetischen wie bizarren Verwandlungen im Spannungsfeld zwischen Musik, Figur und Tanz.
Das „figuren theater tübingen“ zählt zu den herausragenden Theatergruppen seiner Zunft. Tourneen führten es seit Anfang der Neunziger Jahre in über 40 Länder dieser Welt. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet es mit dem Duo „rat`n`X“, das immer wieder die Musik zu den Stücken beisteuerte, die die Gruppe selbst als „Visuelle Gedichte“ begreift.
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Fr, 29.10.10 21.30 Uhr T-Werk
Bluetuba (Potsdam/Deutschland)
Eröffnungskonzert
Wenn die Blaue Stunde längst vorüber ist, kommen „Bluetuba“ und verschmelzen unplugged mit Holz und Blech Klezmer, Zigeunermusik, südosteuropäische Folklore, Django Reinhardt und den Jazz der 50er Jahre zu einem urwüchsigen und klanggewaltigen Konglomerat. Manches wirkt stilgetreu, anderes als Stilfusion und manches wiederum bricht sich im Klang anderer Stile.
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Sa, 30.10.10 20.00 Uhr T-Werk
Compagnie Pseudonymo (Reims/Frankreich)
Imomushi
Deutschland-Premiere
Visuelles Theater
Ein Kriegsheimkehrer, körperlich schwer gezeichnet. Ein Rumpf, noch Mensch oder schon Geist? Bedrohlich und hilflos gleichermaßen. Seine Frau. Ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit führen sie immer nur zu Schmerz und Trauer. Und ein mysteriöser General, der die private Tragödie voyeuristisch beobachtet. Alle drei sind Teil eines unheilvollen Machtspiels, bei dem Raum und Zeit verschwimmen. „Imomushi“ ist die Vision eines Traumas und dessen Bewältigung. Eine Katharsis. Auf extreme und erschütternde Weise loten Puppe und Mensch die Grenzen des Körperlichen wie des Fassbaren insgesamt aus. Dabei entstehen wuchtige, albtraumhafte, zugleich lyrische Bilder der Angst, der Verzweiflung, des Leids und der Schuld wie auch des Verlangens und Verführens.
„Pseudonymo“ wurde 1998 von David G. Moab gegründet, der in Charleville-Mézières Puppenspiel studierte. Die Inszenierungen sind meistens von Kurzgeschichten oder Novellen inspiriert, die sich mit übernatürlichen Erscheinungen als Quelle von Magie und Illusion beschäftigen. Als Vorlage dient hier die gleichnamige Geschichte von Edogawa Rampo (1894-1965), in Japan einer der bekanntesten Krimiautoren.
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Sa, 30.10.10 21.30 Uhr Waschhaus Arena
Karbido (Wrocław/Polen)
The Table
Musikperformance
Das Licht verlischt. Stille. Vier schwarz gekleidete Männer sitzen um einen Holztisch. Eine Situation wie beim Poker. Aber der Tisch ist ein vierbeiniges Instrument, das, ausgestattet mit Klavier- und Gitarrenseiten und Tonabnehmern, sensibel auf feinste Vibrationen reagiert und diese in elektrisierende Sounds und Grooves umwandelt. Zupfen, Kratzen, Reiben, Schleifen, Schlagen – mit ihren bloßen Händen, aber auch mit Sticks, Bögen, Messern sowie anderen Dingen entfachen die „Man in Black“ ein fulminantes weltmusikalisches Tischfeuerwerk.
„Karbido“, seit 2003 existierend, zählt zu den erfolgreichsten Musikperformance-Gruppen Polens. Trotz ihres unterschiedlichen musikalischen Hintergrunds verbindet die vier Musiker eine große Affinität zum Theater. Ihre Musikperformances kombinieren visuelle Elemente, Schauspiel, Film, Live-Poesie und Radio-Kunst.
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So, 31.10.10 20.00 Uhr Waschhaus Arena
kraut_produktion (Zürich/Schweiz)
Die Chronisten 1 & 2 oder das Einfangen von Echtzeit
Deutschland-Premiere
Schauspiel
Eine Wohnung im Rohbau als stillgelegtes Setting für TV-Billigproduktionen. Unzimperlich wird aufgetischt und abserviert, was uns die telekommunikativ vernetzte Allgegenwart jederzeit und online mitzuteilen hat. Gefühlsgestammel aus Chatforen, seifige Floskeln aus Politikerreden, Homestorys aus Reality-Formaten, von den Freundschaftsbeweisen bei Facebook ganz zu schweigen. Hinter der zwanghaft überschäumenden Fröhlichkeit findet „kraut_produktion“ nur Leere und führt diese in einer bitterbösen und gleichsam unterhaltsamen Satire ebenso pointiert vor, wie grassierenden Exhibitionismus, übersteigertes Mitteilungsbedürfnis und die unendlichen Möglichkeiten von „15 minutes of fame“.
Die „kraut_produkte“ der seit 2000 bestehenden Gruppe sind expressiv, polarisierend und zeichnen sich durch enorme atmosphärische Dichte und Kompromisslosigkeit aus. Der auf vier Teile angelegte Theaterorganismus „Chronisten“ zeigt ein überraschendes und unmittelbares Seelen-Abbild unserer Zeit. Erstmals zeigt die Gruppe Teil 1 und 2 an einem Abend.
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Mo, 01.11.10 20.00 Uhr T-Werk
Cie Voix Off - Damien Bouvet (Bourges/Frankreich)
Kifélozof
Visuelles Theater
Die Hauptattraktion: ein Mannkind mit dem Körper von König Ubu und der Stimme von Tom Waits. „Ein makabrer Herr, Geburtsdadaist von Hause aus und voll wie ein Ei“. Man traut seinen Augen nicht: Er bringt tatsächlich Kinder zur Welt. Oder - die Erde lebt! - er gräbt sie aus. Und dann steigt Christus vom Kreuz herab und fliegt davon. Wie entfesselt erschaffen seine Wunschphantasien die Welt neu und verwandeln sie in monströse, animalische, zärtliche, in jedem Falle erlesene Kunststücke. „Kifélozof“, ein Wortspiel zu „Philosoph“, ist eine Anarchoclownsshow zum Thema Schöpfertum und Schöpfung; ein Stück über den Kreislauf des Lebens und die Erfindungs- und Gestaltkraft des Geistes.
Damien Bouvet, bereits bei UNIDRAM 2008 zu Gast, erhielt seine Ausbildung als Schauspieler am Conservatoire National d’Art Dramatique in Lyon. 1992 gründete er die „Compagnie Voix Off“. Mit ihr begann seine Suche nach einem spezifischen Charakter für eine Clownsfigur, die er seitdem in Kinder- und Erwachsenenstücken ständig weiter entwickelt.
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Di, 02.11.10 Short Cuts – Lange Nacht der kurzen Stücke
ab 18.00 Uhr, jeweils 5 min Fluxus+
Bruno Pilz (Berlin/Deutschland)
Lacrimosa
Multimediales Figurentheater
Zwei Zuschauer, die der Einsamkeit des Anderen zusehen: Ein Mann vor dem Fernseher und der Zuschauer selbst, der wiederum diesem zuschaut. „Lacrimosa“ ist ein audiovisuelles Figurentheaterkonzentrat für zwei am Spiel beteiligte Personen. Inspiriert ist es von der Idee, dass man sein Leben nach dem Tod als eine Art Film nochmals sehen kann. Je nachdem, wie man sein Leben lebt, würden verschiedene Filme dabei entstehen.
Bruno Pilz studiert seit 2006 Puppenspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Er begann als Zauberer und Jongleur bei einem Zirkus in Italien. Früh fasziniert von visuellen Effekten in Videospielen und Filmen, beeinflusst das Spiel mit Farben, Licht und Schatten die Ästhetik seiner hintergründig-humoresken Miniaturen.
auch am Fr, 05.11.10 ab 19:00 Uhr im Fluxus+
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18.00 / 20.30 / 23:00 Uhr T-Werk
Théâtre de l’Entrouvert (Apt/Frankreich)
Traversées
Deutschland-Premiere
Visuelles Theater
“Traversées“ ist ein visueller Parcours, den der Zuschauer begehen kann. Bei seiner Reise, seiner „Überfahrt“, legt er sieben Etappen zurück und gelangt durch ebenso viele Passagen und Türen zu immer neuen Orten der Erscheinungen, Schatten, Silhouetten, Projektionen, Lichtreflexe, Figuren und Installationen. Multiple Orte zwischen innen und außen, Sein und Schein, Sicht- und Unsichtbarem, Leben und Tod. Bruchstücke der Existenz, Lebensmuster, Erinnerungsskizzen, Vergänglichkeitsspuren - die poetische Bilderfolge erlebt der Besucher als ein Labyrinth von besonderer Intimität und voller zerbrechlicher Momente des „Auf-der- Welt-“ wie gleichermaßen des „Bei-sich-seins“.
Das „Théâtre de l’Entrouvert“ wurde von Elise Vigneron gegründet. Sie studierte „Dramatische Kunst“ in Paris und an der Kunsthochschule für Zirkus in Lille. Im Zentrum ihrer Aufführungspraxis steht die Suche nach Möglichkeiten, den Zuschauer mit ins theatralische Geschehen einzubeziehen.
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18:00 / 19.30 / 22.30 Uhr Waschhaus Kesselhaus
post theater
Express Fight Club
Multimediale Theaterchoreografie
„I am not my job“ – Roman und Film „Fight Club“ behandeln das Thema Arbeit. Wie schafft sie Identität – oder eben nicht. Wenn nicht Arbeit, was definiert dann unser Selbstbild? Machen uns unsere Jobs zufrieden? Haben wir überhaupt welche? Wovon träumen wir? „Express Fight Club“ zeigt eine besondere Gruppierung, die sich rasend schnell formiert, um Alternativen zur Arbeitswelt zu suchen - als subversive Vereinigung in einer multi-medialen Choreographie für dreißig anonyme Performer aus Potsdam. Mehr soll nicht verraten werden. Wie heißt es im Film: „First rule of Fight Club: Do not talk about Fight Club.“
„post theater“ ist eine interdisziplinäre Performance-Gruppe, die von Max Schumacher in New York gegründet wurde. Seit 2002 ist ihr Hauptsitz Berlin, wo Hiroko Tanahashi als Co-Direktorin hinzukam. Im Kontext von Medienkunst, Theater und Tanz nutzt die Gruppe meist
dokumentarisches Material für ihre Arbeiten und entwickelt ungewöhnliche Perspektiven auf Themen wie Globalisierung, interkulturelle Begegnungen, Identität und Technologie.
auch am Mi, 03.11.10 19:00 / 21:30 Uhr im Waschhaus Kesselhaus
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19.30 / 22:30 Uhr T-Werk
Cie Voix Off – Damien Bouvet (Bourges/Frankreich)
Vox
Deutschland-Premiere
Soundperformance
Herztongetöse, Aderschlagwerk und Hautharmonien – der Clown von Damien Bouvet ist ein kindlicher Soundtüftler, der seinen Körper als akustisches Kuriosum zelebriert. Statt Fuge ist alles völlig aus den Fugen. Ein Morsealphabet des Fleisches, ein anatomischer Kurzwellensender, der aus scheinbar gänzlich unerreichbaren Klangregionen mal heiter-ironische, mal wüst-brachiale Störsignale in die Welt sendet, um am liebsten dauerhaft damit auf Sendung zu gehen.
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18:00 / 19:30 / 21.30 Uhr Fluxus+
Ensemble Materialtheater & Stefanie Oberhoff (Stuttgart/Deutschland)
Obermoser & Scheiblermeier
Multimediale Comedy
Zwei schrullige, eigenwillig gekleidete Damen; Dialektliebhaberinnen, zutiefst heimatverbunden und multimedial gut ausgestattet, versuchen unbarmherzig die Welt zu retten, indem sie das Phrasenschwein jagen, es in die Pfanne hauen und mit Haut und Haar fressen. Eine dadaistische Kurzrevue des medienkritischen Frohsinns, geeignet für Feste und Feiern aller Art, bloß dass am Ende unser Planet gesprengt wird. Mit Texten von Lübke, Barschel, King, Truman, Strauß, Bush, Herzog, Molière, Kohl, Schröder, Stoiber und dem Volksmund.
Die Zusammenarbeit von Stefanie Oberhoff und Annette Scheibler währt schon viele Jahre. Stefanie Oberhoff, Bühnenbildnerin und Ausstatterin zahlreicher Theaterstücke und Filme, ist auch Figurenspielerin und organisiert internationale Kunst- und Kulturprojekte. Annette
Scheibler hat an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Figurentheater studiert und gehört zum festen Stamm des „Ensemble Materialtheater“. Sie war zudem in mehreren Inszenierungen vom „Theater des Lachens“ (Berlin) zu erleben.
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20.30 Uhr Waschhaus Arena
GRUPPO NANOU (Ravenna/Italien)
Motel – First Room
Visuelles Theater
Ein Ort für geheime Treffen, für Reisende, Liebende oder Kriminelle - das Motel als surreale Zimmerlandschaft. Ein Mann und eine Frau. Wie zwei Somnambule, an- und doch abwesend, wortlos, scheinbar fremdbestimmt, fast geisterhaft; eine im buchstäblichen Sinne „schleierhafte“ Beziehung. Als sähe man ihnen beim Träumen zu. Oder träumt der Ort gar selbst? Episodische Miniaturen übers Unsichtbare und Unheimliche, übers Verschwinden und über die Suche, etwas von dem wieder zu finden, was verloren gegangen scheint. Und darüber, wie bestimmte Plätze von einem Besitz ergreifen können.
Vor sechs Jahren in Ravenna von Marco Valerio Amico, Rhuena Bracci und Roberto Rettura gegründet, zeigt „NANOU“ den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie „Motel“, die in diesem Jahr ihren Abschluss findet.
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21:30 Uhr Waschhaus Arena
GRUPPO NANOU (Ravenna/Italien)
Motel – Second Room
Deutschland-Premiere
Visuelles Theater
Halbdunkel, Schatten, Schwüle. Sofa und Sessel in Rot. Lampe und Tisch. Ein Zimmer von besonderer Aura. Ein Versteck irgendwo am Rande der Welt. Ein Mann, eine Frau – vielleicht ein Paar. Ein zweiter Mann – vielleicht ein Portier. Zwielichtig, konspirativ. Kurze, abgerissene Bildgeschichten. Jede einzelne könnte eine Filmszene zitieren. Alles bleibt vage, angedeutet: eine Liebesbeziehung, ein Streit, Erotik, Eifersucht, ein Komplott - vielleicht ein Mord? Alles spielt im Verborgenen, weil die Personen etwas zu verbergen haben. Sie sind unruhig wie Tiere vor einer nahenden Katastrophe.
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Mi, 03.11.10 20.00 Uhr T-Werk
Bladder Circus Company (Budapest/Ungarn)
Don Cristobal Competition
Deutschland-Premiere
Musiktheater
Das Hinterzimmer eines abgehalfterten Varietés. Zauberkünstler vergessen ihre Tricks, Opernsängerinnen erklimmen mit Glockenspielen den Gipfel der Kunst und Bauchredner verstummen aus Angst vor der Magenspiegelung. Die Suche nach jemandem, der in Lorcas Farce „Don Cristobal und Rosita Sena" Ersteren würdig zu spielen weiß, gerät zur skurril-verzweifelten Castingshow. Wie den Verwicklungen um den reichen aber alten, hässlich-groben Cristobal und die junge Schönheit Rosita, die ihm versprochen ist, aber natürlich einen anderen liebt, Glamour einhauchen, wo doch nur Halbdunkel und müdes Schimmern herrschen? Mit Frack, Zylinder, seltsamen Musikinstrumenten und Textsplittern von Daniil Charms bewegen sich heiter-melancholische Musikclowns zwischen Kammeroper, Zirkus und musikalischem Happening und scheinen dabei völlig aus der Zeit gefallen zu sein.
Zum vierten Male bereits schlägt der „Blasenzirkus“ sein Zelt bei UNIDRAM auf. Musiker,
Sänger und Schauspieler sind seine Akteure. Sein Gründerdirektor ist Szabolcs Szöke, den man in Ungarn als schillerndes Multitalent, als (Welt)Musiker, Instrumentenbauer, Theatermacher und bildenden Künstler kennt.
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Do, 04.11.10 20.00 Uhr T-Werk
post theater (New York, Tokyo, Berlin/Deutschland)
Fish-Tales
Multimediales Theater
Kabeljau, Thunfisch und Hering, vom Aussterben bedroht, führen einen kulturgeschichtlichen Dialog, der davon erzählt, wie sehr sie als Arten die Weltgeschichte prägten und prägen. „Fish-Tales“ gibt den gejagten Wassertieren ein Gesicht, eine Stimme und den Raum für die Erzählung ihres Lebens. Historische und naturwissenschaftliche Fakten werden in ein derartig stark visuell-märchenhaftes Setting gesetzt, dass man sich fragen muss, ob all die ungeheuerlichen Berichte um Handelsströme, Fangquoten, Transportlogistik, um Ökologie und Ökonomie der Weltmeere tatsächlich stimmen. Statt Umweltaktivismus oder Delikatessenwahn gibt’s beides – als verstörend-leckere Kombination mit viel Wasser, eloquentem und geistreichem Slapstick, Flossentanz, Fischsuppe und herrlichen Kostümen.
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Fr, 05.11.10 20.00 Uhr fabrik
Krepsko (Prag/Tschechien)
Mad Cup of Tea
Visuelles Theater mit Live-Musik
Ein verlassener Ort. Ein altes Fahrrad als Luftschaukel, auf der eine Frau ihre Bahnen zieht. Unter ihr eine Bude, halb Kiosk, halb Museumskammer. Darin ein Mann mit seiner riesigen Sammlung von Teetassen. Über dem kostbaren Porzellan auf dem Dach spielen drei Musiker finnischen Tango. Das ist der Schauplatz für eine außergewöhnliche Teeparty und ein verdreht-abwegiges Tête-à-Tête zwischen zwei Beziehungssonderlingen. Zwischen ungelenkem Hin und Her, Tänzen in Schieflage und Scherben, die kein Glück bringen, verdichten sich Elemente aus Varieté, Neuem Zirkus sowie Unterhaltungs- und Zaubershows zu einer liebevollen Hommage an Fellini und Kaurismäki.
„Krepsko“, seit neun Jahren bestehend und international besetzt, ist bekannt für seine verschrobenen Figuren, für seinen absurden, schwarzen Humor und seine poetische Verspieltheit. Die Gruppe zählt zu den innovativsten und bekanntesten jungen Theatern Tschechiens und ist zum dritten Male bei UNIDRAM zu Gast. ****************************************************************************************************
Fr, 05.11.10 21.30 Uhr T-Werk
Henrik Kaalund (Berlin/Deutschland, Kopenhagen/Dänemark)
DreaMe
Multimediales Tanztheater
Vorn auf der Bühne die Darstellerin, im hinteren Teil auf einer Projektionsfläche ihre Doppelgängerin, deckungsgleich mit dem Original. Eine Phantomidentität, konfrontiert mit unterschiedlichen Alter Egos und der eigenen Vergänglichkeit. Produkt medial erzeugter, gesellschaftskonformer Leistungs- und Schönheitsideale einerseits, andererseits Repräsentantin der unterbewussten Bedürfnisse der physisch realen Frau. „DreaMe“ handelt von Manipulationen im Spannungsfeld von virtuellem und tatsächlichem Selbst und zeigt auf der Grenze zwischen Wirklichkeit und Wunschrealität das Psychogramm eines sozial verstörten Wesens.
Henrik Kaalund, in Berlin wohnhafter und arbeitender dänischer Choreograph, war u. a. für
das Dortmunder Ballet, das Ballett Greifswald oder für CIA Patas Arriba tätig. Für seine Choreographien gewann er mehrere Preise.
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Fr, 05.11.10 22.30 Uhr T-Werk
Kyche (Potsdam/Deutschland)
Konzert
In den Küchen Potsdamer Wohnungen ertönt immer mal wieder neues Liedgut. „Kyche“ beispielsweise spielen dort seit einigen Jahren ihre Lieblingssongs: musikalische Hausmannskost, Songs aus eigenem Anbau quasi, von unterschiedlichem Stil und unterschiedlicher Herkunft, irgendwo zwischen Singer/Songwriter und International Folk.
Und wenn „Kyche“ sie akustisch zubereitet und gelegentlich elektrisch verstärkt, träumen sie manchmal davon, eine richtige Rockband zu sein.
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Sa, 06.11.10 20.00 Uhr
Dudapaiva Company (Amsterdam/Niederlande)
Malediction
Bewegungstheater mit Puppen
Zwei Mediziner. Auf ihrem Operationstisch ein seltsames Zwittergeschöpf. Bei der Vivisektion entnehmen sie ihm zwei fingerkleine rote Frauenschuhe. Mit der Zerlegung des Körpers beginnt das Eigenleben seiner Glieder. Die Geister, einmal gerufen, sind nicht mehr folgsam. Das Experiment gerät außer Kontrolle. Immer neue Fabelwesen und Figurencollagen entstehen. Wandel als Ausdruck der Selbstbehauptung, des Widerstands, der Stärke. Der Ausgang der Geschichte zwischen Kreatur und Schöpfer ist völlig offen. „Malediction“ ist in seiner Mischung aus Tanz-, Figuren- und Objekttheater ein poetisches Horrorvarieté, das den Frankensteinmythos von der Erschaffung des nach Liebe suchenden Monsters ebenso zitiert wie klassische Märchenmotive.
Duda Paiva, brasilianischer Tänzer und Figurenspieler, hat nach Jahren der künstlerischen Arbeit in Indien und Japan die gleichnamige Compagnie 2005 in Amsterdam gegründet. Mit ihrer Mischung aus Figurentheater und modernem Tanz konnte sie sich in kürzester Zeit weltweites Renommée erarbeiten und zählt momentan zu den innovativsten niederländischen Theatergruppen.
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Sa, 06.11.10 21.30 Uhr T-Werk
Małe Instrumenty (Wrocław/Polen)
Sound Power Station
Deutschland-Premiere
Mechanisches Konzert
Eine große, wuchtige Sound-Licht-Maschine wird von sechs Musikern im Blaumann in Gang gesetzt - Klangmechaniker, zu deren Instrumenten neben Gitarre und Ukulele auch flackernde Glühbirnen, fiepende Funkgeräte, ratternde Schreibmaschinen, knisternde Transistoren, Wecker, Dachrinnen, ja ganze Wasserklangmaschinen gehören, sogar eine Drehbank aus einer Schlosserei. „Sound Power Station“ ist Fabrikmusik aus Glas, Wolle, Metall, Holz und anderen Materialien, die unüberhörbar ihre Reverenzen an Steve Reich, Ennio Morricone und Pascal Comelade erweist.
Die Gruppe wurde 2006 gegründet. Im Juli 2007 hatte sie ihr Debut bei dem Festival „Era New Horizons Film“ in Wrocław. Seitdem arbeiten die Musiker unter dem Namen „Małe Instrumenty“ an unterschiedlichsten Musikprojekten, die sich immer durch den Einsatz
einer breiten Palette verschiedener Instrumente und Geräte auszeichnen.
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Sa, 06.11.10 23.00 Uhr T-Werk
UNIDRAM-Abschlussparty
mit DJ Katjuscha
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Eintritt: 16,-¤ / erm. 12,- ¤ / Schüler 8,- ¤
>>im Vorverkauf: 13,-¤ / erm. 9,- ¤ / Schüler 6,- ¤
Tagesticket & Lange Nacht Gesamtticket: 20,- ¤ / erm. 15,- ¤ / Schüler 10,- ¤
>>im Vorverkauf: 17,-¤ / erm. 12,- ¤ / Schüler 8,- ¤
Festivalpass: 80,-¤ / erm. 60,-¤ / Schüler 35,-¤
Kartentelefon: 0331-719139
Kartenvorverkauf an allen bekannten Vorverkaufskassen sowie unter www.unidram.de und www.t-werk.de.
PS: Wenn Sie keine weiteren Informationen in Form dieses News-Letters wünschen, genügt eine Antwortmail mit dem Betreff Löschen.
Jens-Uwe Sprengel

T-Werk
Schiffbauergasse 4E
14467 Potsdam
0331 - 719139
www.t-werk.de

NEU: Die günstigsten Tickets unter www.t-werk.de

Märchen für Erwachsene
>> 15. & 16.10.
Theater Kranewit zeigt "Das verwaiste Kind"
poetisches Bildertheater

Irrlichter der Nacht
>> 18.10.
EINTRITT FREI!

UNIDRAM 2010
>> 29. Oktober - 06. November
Programm & Karten auf www.unidram.de
Frühbucherrabatt bis 14.10.!

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