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#1

2010-12-09 Stuttgart - 1. Bundeskongreß der Freien Darstellenden Künste

in 2010 05.05.2010 13:38
von Forumsleitung • Forumsleitung | 1.996 Beiträge

2010-12-09 Stuttgart - 1. Bundeskongreß der Freien Darstellenden Künste- 20 Jahre BUFT

Vom 9.-12. Dezember 2010 in Stuttgart

20 Jahre Bundesverband Freier Theater – der konsequente Blick nach vorn Bundeskongress Freier Theater – 20 Jahre Bundesverband Freier Theater Do 9. bis So 12. Dezember 2010, Theaterhaus Stuttgart.

Das freie Theater als künstlerischer und gesellschaftlicher Impulsgeber steht an fünf intensiven Tagen im Rampenlicht. Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens lädt der Bundesverband Freier Theater (BuFT) erstmals zu einem Bundeskongress der freien Theaterschaffenden ein.

An den ersten beiden Tagen umreißen Vorträge und Podiumsdiskussionen von Wissenschaftlern, Theatermachern und prominenten Kulturpolitikern den gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Dann haben die über 300 darstellenden Künstler das Wort, die aus ganz Deutschland erwartet werden. Im Open-Space-Verfahren sollen gemeinsam Perspektiven, Strategien und Visionen für die freie Tanz- und Theaterlandschaft entwickelt werden.

Die Ergebnisse dieser Debatte werden in einen Diskurs um die strukturelle und förderpolitische Zukunft der freien Szene einfließen. Sie sollen ein erster substanzieller Beitrag zu einer Roadmap sein, um das Kulturgut freies Theater für die kommenden Jahre zu sichern.

Abends heißt es dann „Bühne frei für die Freien“. Denn parallel gehen beim 22. Stuttgarter Theaterpreis im Theaterhaus sieben nominierte Tanz-Companies ins
Rennen um die begehrten Preise.

Veranstalter
Der Bundesverband Freier Theater e.V.

Lister Meile 27
30161 Hannover
T 0511 35 35 486
F 0511 35 30 169
E service@freie-theater.de
www.freie-theater.de

Ansprechpartner: Alexander Opitz

Themen siehe interne Vorbereitungen:
2010-05-04 BUFT Vorstandsitzung Berlin - Schwerpunkt Kongreß


Dateianlage:

zuletzt bearbeitet 18.10.2010 16:29 | nach oben springen

#2

20 Jahre Bundesverband Freier Theater

in 2010 08.06.2010 16:49
von Forumsleitung • Forumsleitung | 1.996 Beiträge

20 Jahre Bundesverband Freier Theater
1. bundesweiter Kongress für Freischaffende Darstellende Künstler

2010 WIRD DER BUNDESVERBAND Freier Theater (BuFT) 20 Jahre alt.

Das Gründungsdatum war der 25. März 1990. In den Flottmannhallen in Herne waren über 300 Freie Tanz- und Theaterschaffende zusammengekommen, „um über Sinn und Zweck eines solchen Verbandes zu diskutieren, der die Interessen Freier Theater bundesweit vertreten soll".

Mitglieder des Bundesverbandes konnten laut Gründungssatzung regionale Zusammenschlüsse Freier Theater werden. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Kooperative Freier Theater NRW, Landesverband Freier Theater Hessen, SPOTT Berlin (Selbsthilfeprojekt von OFF-Theatern und Theatergruppen) und der Verein zur Förderung der Professionellen Freien Theater in Norddeutschland. Vertreter Freier Theater aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz nahmen ebenfalls an der Gründungsversammlung teil.

In den Vorstand wurden damals gewählt:
• 1. Vorsitzender: Stefan Kuntz (Köln)
• Stellv. Vorsitzender: Peter Henze (Hannover)
• Sprecher: Gerd Hunger (Berlin) und Jörg Berger (Wuppertal)
• Schriftführer: Gordon Vajen (Frankfurt)

Als erste Aufgaben des Bundesverbandes Freier Theater wurden festgelegt:
1. Interessenvertretung in struktureller und finanzieller Hinsicht für die Freien Theater
2. Wahrnehmung der Interessen Freier Theater im Deutschen Kulturrat, Sektion Darstellende Künste, und im Fonds Darstellende Künste
3. Hilfe für die Gründung von Regionalverbänden in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
4. Kontaktaufnahme zu Freien Theatergruppen in der ehemaligen DDR
5. Informationsdienst an Mitglieder über Festivals und Zuschussmöglichkeiten, Weitergabe von Arbeitsgesuchen von Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Theatern
6. Schaffung von attraktiven Fortbildungsangeboten für Freie Theatermacher in Berlin, Wolfenbüttel, München, Recklinghausen, und anderswo
7. Kampagne für faire Einnahmenteilung und Verträge mit Veranstaltern
8. Verbesserung der sozialen Sicherheit der Freien Theater
9. Protest gegen eine Kulturförderungspolitik, die nur dem Image der öffentlichen Geldgeber dient und einer angemessenen Förderung der "Kultur vor Ort" die Mittel entzieht

Schon im Jahr 1992 erfolgte eine Neufassung der Satzung, die noch heute Gültigkeit besitzt. Vor allem die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft im Bundesverband wurden grundlegend geändert. Die "regionalen Zusammenschlüsse Freier Theater" sollten sich fortan in Landesverbänden Freier Theater organisieren, um einigermaßen überschaubar in der bundesweiten Interessenvertretung eine ausgewogene Struktur mit ausgewogenen Stimmenverhältnissen zu garantieren.

Es folgte eine Vielzahl an Neugründungen von Landesverbänden in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Niedersachen. Etwas später kamen Hamburg und Sachsen-Anhalt hinzu.

Mit viel Idealismus begann man, über diese Verbandsstrukturen die Kulturpolitik in den Ländern und im Bund über die Arbeit der Freien Theater zu informieren und die Problemstellungen insbesondere in sozialer Hinsicht zu formulieren. In einigen Ländern jedoch kamen mangels finanzieller Förderung die Vereinsaktivitäten relativ schnell wieder zum Erliegen. Feste Verbandsstrukturen mit hauptamtlichen Geschäftsstellen konnten nach Nordrhein-Westfalen nur in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geschaffen werden. Diese Verbände bildeten lange Zeit den Kern der bundesweiten Vertretung Freier Theater in Deutschland.

Stefan Kuntz leitete 11 Jahre lang bis 2001 die Geschicke des Verbandes und konnte den BuFT in wichtigen Gremien von Institutionen wie Künstler-sozialkasse, Deutscher Kulturrat oder Fonds Darstellende Künste etablieren. Mit Kirsten Hass, damalige Geschäftsführerin des Landesverbandes Freier Theater in Niedersachsen, als 1. Vorsitzende, Jochen Brockstedt, Kooperative Freier Theater NRW, Frank Reich, Landesverband Freier Theater Brandenburg, Katrin Brademann, Landeszentrum "Spiel &Theater" Sachsen-Anhalt e.V., und Alexander Opitz, Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg übernahm eine Generation von Geschäftsführern professionalisierter Landesverbände das Ruder, die die erfolgreiche Arbeit von Stefan Kuntz weiterführten und durch kontinuierliche, fundamentierte, realitätsorientierte Arbeit den BuFT zu einem seriösen Ansprechpartner für die Bundespolitik aufbauen konnten. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass alle Vorstandsmitglieder ehrenamtlich arbeiten, für ihre teilweise sehr umfangreiche Arbeit also nicht vergütet werden.

Nach dem Wechsel von Kirsten Hass zur Bundeskulturstiftung im Jahr 2006 übernahm Alexander Opitz den Vorsitz des Bundesverbandes Freier Theater. Im Jahr 2007 lag die Hauptgewichtung der Arbeit des BuFT in der Wiederbelebung brachliegender und der Gründung neuer Landesverbände, um dem Anspruch einer bundesweiten Interessenvertretung Freier Tanz- und Theaterschaffender von gesamtstaatlicher Bedeutung auch wirklich gerecht zu werden und vor allem flächendeckend auch den Einfluss Freier Darstellender Künstler auf wichtige, kulturpolitische Entscheidungen des Bundesverbandes zu ermöglichen.

So wurden vor allem durch das große Engagement Freier Darstellender Künstler vor Ort die Verbände in Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz wieder aktiviert. Neugründungen gab es in Berlin, Sachsen und dem Saarland. Von den 16 Bundesländern verfügen lediglich Bremen, Schleswig-Holstein und Thüringen bisher über keine Interessenvertretungen, was auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass zumindest in den letztgenannten Ländern mangels einer auch nur ansatzweise ausreichenden Förderung keine ausgeprägte Freie Szene existiert.

In Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es mittlerweile aus Landesmitteln geförderte Geschäftsstellen, und es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch in den Ländern und Stadtstaaten, in denen die Verbände mit sehr großem Engagement von Künstlern für Künstler ehrenamtlich geleitet werden, die Einsicht kommen wird, dass eine professionelle freie Szene eine professionelle Interessenvertretung braucht.

Die Erfahrung zeigt, dass vor allem in den Ländern, in denen es hauptamtlich besetzte Geschäftsstellen gibt, die Freien Theater im Verhältnis nicht nur über die besseren Förderstrukturen und Rahmenbedingungen verfügen, sondern auch den höchsten Professionalisierungsgrad vorweisen können. Die jeweiligen Ministerien für Kultur schätzen die Arbeit der Landesverbände, da sie hinsichtlich der teilweise komplizierten und sensiblen Freien Szene einen kompetenten Ansprechpartner haben, der in jeglicher Hinsicht Auskunft geben und notwendige Bedürfnisse formulieren kann.

Von großer Bedeutung für den BuFT sind die seit dem Jahr 2007 dauerhaften Kooperationen mit genrespezifischen Interessenverbänden wie dem Dachverband Tanz Deutschland, dem Bundesverband der Theater im öffentlichen Raum und dem Verband Deutscher Puppentheater. Dies macht schon deshalb Sinn, da das genreübergreifende Arbeiten in der freien Szene heute eher die Regel als eine Ausnahme ist. Und gerade in Zeiten, in denen sich Verteilungskämpfe ankündigen, ist es für die Freie Szene in seiner Gesamtheit wichtig, dass sich die verschiedenen Interessenvertretungen nicht auseinanderdividieren lassen, sondern sich absprechen, um gemeinsam Forderungen zu formulieren, von denen alle profitieren. Ansonsten wäre es unausweichlich, dass man irgendwann gegeneinander arbeitet. In diesem Fall würde es nur Verlierer geben.

Die in den letzten 20 Jahren geleistete Arbeit wurde in diesem Jahr honoriert, indem der BuFT auf seinen Projektförderungsantrag hin zum ersten Mal durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eine Fördersumme in Höhe von 100.000,00 Euro zugesprochen bekam. Ein wesentlicher Teil des Antrags ist für die Durchführung eines
1. Kongresses des Bundesverbandes Freier Theater für Freie Darstellende Künstler vorgesehen.
1. Kongress des Bundesverbandes Freier Theater

In der zweiten Dezemberwoche 2010 wird von Donnerstag, dem 9.12., bis einschließlich Sonntag, dem 12.12., im Theaterhaus Stuttgart der i. Kongress des Bundesverbandes Freier Theater für freie Darstellende Künstler aus Anlass seines 20jährigen Bestehens stattfinden.

Die Tatsache jedoch, dass der Bundesverband seit 20 Jahren existiert, kann nicht der alleinige Anlass einer solchen Großveranstaltung sein. Wenn man die Beweggründe, die zur Gründung des Verbandes führten, mit der Bestandsaufnahme und dem Perspektivenszenario vergleicht, die anlässlich des lojährigen Bestehens erarbeitet wurden, um diese dann wiederum in Relation zur Gegenwart im Jahr 2010 zu setzen, muss man feststellen, dass vieles erreicht wurde. An der grundlegenden Situation der Freischaffenden Darstellenden Künstler in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht hat sich jedoch im Großen und Ganzen in den letzten 20 Jahren nur wenig positiv verändert. Zum ausgelassenen Feiern gibt es also zu wenige Gründe.

Wozu also ein solcher Kongress? Den Blick in die Vergangenheit der letzten 20 Jahre und die in dieser Zeit stattgefundenen Entwicklungen werden wir kurz und gebündelt nachvollziehen. Die gegenwärtige Situation wurde in den letzten vier Jahren dank der Symposien des Fonds Darstellende Künste, initiiert von Günter Jeschonnek, gründlich aufgearbeitet, sodass man diese Arbeit nicht wiederholen muss. Der Vorstand des BuFT sieht in einem solchen Kongress die Chance, nach vorne in die Zukunft zu schauen. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, welche Entwicklungen müssen eingeleitet werden, um den sich wandelnden Arbeitsweisen Freischaffender Darstellender Künstler eine gesunde Basis für die nächsten 20 Jahre zu geben? Die Anstöße hierzu sollen vorrangig von den Künstlern selbst kommen, um möglichst praxisnah Zukunftsszenarien entwickeln zu können.

An den ersten beiden Tagen sollen gemäß der bisherigen Planung vorhandene, relevante Strukturen angefangen von der Ausbildung, über Förderinstrumentarien, Infrastrukturen in Kommunen und ländlichem Raum bis hin zur Vernetzung untersucht werden unter dem Aspekt, wie zukunftsfähig diese für alle Bereiche der Darstellenden Künste sind. Am dritten Tag sollen all diese Strukturen dann von den Künstlern diskutiert werden. Wir wollen jedoch nicht direktiv Themen oder Arbeitsgruppen vorgeben, sondern es durch ein Open-Space-Verfahren den Künstlern selbst überlassen, welche Thematik sie für so wichtig erachten, dass sie untersucht und diskutiert werden sollte. Die Ergebnisse werden am vierten Tag vorgestellt und dienen dem Bundesverband Freier Theater als Auftrag für seine zukünftige Arbeit. Somit ist gewährleistet, dass die Überzeugungsarbeit, die wir politisch leisten müssen, praxisbezogen ist und den neuesten Entwicklungen der Arbeitsstrukturen Freischaffender Darstellender Künstler gerecht wird. Und es wird gewährleistet, dass der Bundesverband Freier Theater mit all seinen Kooperationspartnern basis-orientiert arbeitet.

Dieser 1. Kongress des BuFT soll nicht die einzige Veranstaltung seiner Art sein. Wir hoffen, dass wir einen Weg finden, dass daraus ein jährlicher Kongress für Freischaffende Darstellende Künstler wird, der die Gelegenheit bietet, die anstehenden Schwerpunktthemen ausgiebig und zielgerichtet behandeln zu können. Dies schafft auch die notwendige Plattform, um von den Medien bundesweit wahrgenommen zu werden, was der politischen Arbeit deutlichen Nachdruck verleihen würde.

Im Rahmen dieser jährlichen Kongresse soll künftig auch die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Freier Theater als offene Veranstaltung für alle interessierten Teilnehmer stattfinden, um die in unseren Augen notwendige Transparenz der Arbeit eines Interessenverbandes zu schaffen. Denn eines muss immer klar sein: Der Bundesverband Freier Theater ist für die Freischaffenden Darstellenden Künstler da und nicht umgekehrt!

Alexander Opitz

Alexander Opitz ist Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Theater und Geschäftsführer des Landesverbandes Freier Theater in Baden-Württemberg. Der Abdruck seines Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.


zuletzt bearbeitet 08.06.2010 16:51 | nach oben springen


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