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2008-12-12 Frankfurt Symposium Freies Theater

in 2008 26.11.2008 17:20
von Forumsleitung • Forumsleitung | 1.990 Beiträge

Symposion: Freies Theater und Ökonomie
12.-14.12. 2008 im Künstlerhaus Mousonturm


Die Anfänge des freien Theaters waren dadurch geprägt, dass jenseits des strukturell wie ökonomisch unflexiblen staatlichen Theaters neue Modelle des miteinander Arbeitens und Wirtschaftens ausprobiert wurden. Im Unterschied zum gesicherten Status als Angehöriger der Stadt- und Staatstheater erhoffte man sich Unabhängigkeit und mehr ökonomische Flexibilität durch die Selbstständigkeit als „freier Künstler“.

Unbestreitbar hat das freie Theater bis heute großen Einfluss auf die ästhetische Entwickelung der Darstellenden Kunst, seine ökonomische Basis wird aber immer mehr zum Problem. Nicht nur, weil öffentliche Mittel knapper werden, sondern weil die freie Szene Förder- und Produktionsstrukturen entwickelt hat, die eine dauerhafte ökonomische und soziale Sicherung erschweren. Wie könnten neue ökonomische Konzepte aussehen, welche eine Zukunft der freien Theaterszene sichern? Unter welchen Bedingungen arbeitet die freie Szene heute?

Ökonomie war seit der Entstehung bürgerlicher Theaterinstitutionen im Kontext der Aufklärung ein zentrales Thema. Die Emanzipation von der höfischen Theaterkultur führte schließlich zu einer weitgehenden Kommerzialisierung des Kulturbetriebs. Dagegen richtete sich anknüpfend an das politische Theater der Moderne seit den 1960er Jahren eine erneute Aufbruchsbewegung: Gerade in der freien Szene wurde Gesellschaftskritik zumeist mit der Kritik an ökonomischen Ungerechtig­keiten verbunden. Sind solche politischen Positionen aber nicht zynisch angesichts der Tatsache, dass die freie Theaterszene durch ihr eigenes Arbeiten ständig auch selbst diese Strukturen reproduziert, die sie öffentlich kritisiert? In welchem Verhältnis steht die Ökonomie künstlerischer Arbeit zur Ökonomie eines immer mehr von Konkurrenz und Verdrängung geprägten Unterhaltungsmarktes? Wie thematisieren zeitgenössische Tanz- und Theaterkünstler ökonomische Prozesse? Diesen und weiteren Fragen wird das Symposion im Austausch mit einer Reihe von Experten nachgehen.

Vorträge, Tischgespräche und Workshops mit Adrienne Goehler (Autorin/Berlin), Barbara Gronau (Theaterwissenschaftlerin/Berlin), Michael Opielka (Sozialwissenschaftler/Jena), Alexander Opitz (Vorsitzender Bundesverband Freier Theater/Baden Baden), Patrick Primavesi (Theaterwissen­schaftler/Leipzig), Jochen Roller (Choreograf/Hamburg), Elke Schmidt (Festivalleiterin „Wunder der Prärie“/Mannheim), Katrin Tiedemann (Leiterin FFT Düsseldorf) u.a.

Eine Veranstaltung von laPROF Hessen, kuratiert von Angelika Sieburg und Jan Deck
Mitarbeit: Rainer Hartel und Ludwig Maria Vogl

Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Weitere Informationen im Anhang und unter http://www.laprof.de

Anmeldung bis 10.12. unter: info@laprof.de

Teilnahmebeitrag (mit Buffet):
gesamtes Wochenende: 40 Euro (30 ermäßigt); Tageskarte Sa/So: 25 Euro (20 ermäßigt)

Jan Deck
Freier Theaterschaffender

Geschäftsführer laPROF
Landesverband Professionelles Freies Theater Hessen e.V.
Sandweg 8
60316 Frankfurt/Main
Telefon 069-15024673
http://www.laprof.de



Programm

Freitag 12.12.

17.30 – 18.00 Eröffnung und Begrüssung: Jan Deck
18.00 – 20.00 Vortrag: Patrick Primavesi: Zur (un)möglichen Ökonomie des Theaters
(Buchvorstellung: Das andere Fest. Theater und Öffentlichkeit um 1800)
21.00 Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.
Anschl. Publikumsgespräch

Samstag 13.12.
10:00 – 10:30 Begrüßung und Grussworte
10:30 – 11:00 Einleitung Angelika Sieburg
11:00 – 13:30 talk : „Freies Theater zwischen Autonomie und Selbstausbeutung“
Statements von Katrin Tiedemann und Alexander Opitz
Anschliessend Tischgespräche
13:30 – 14:30 Mittagspause
14:30 – 17:00 talk „Zwischen Kunst und Dienstleistung – was leistet die freie Szene“
Statements von Gordon Vajen, Melanie Suchy , Katja Hergenhahn
Danach Tischgespräche

17.00-17.15 Pause
17:15-18:45 Verflüssigungen* - Podiumsgespräch mit Adrienne Goehler
18:45-19.45 Pause
19.45-21.00 Grundeinkommen für freie Künstler? Podiumsgespräch mit Michael Opielka
21:00 Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.
* Adrienne Goehler“Verflüssigungen”, Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft, Campus 2006

Sonntag 14.12.

10:00 – 10:30 Einleitung Jan Deck „Ökonomie als Thema zeitgenössischer Theaterformen“
10:30 – 13:00 talk „Ökonomie in zeitgenössischen Theater“
Tischgespräche mit Max Schumacher, Elke Schmidt, Barbara Gronau , Judith Wilske

13:00-14:00 Mittagspause
14:00 – 17:00 Workshops
W1: Andreas Liebmann
W2: Jochen Roller: "Perform Performing" - Tanz und Ökonomie

17:00 - 19:00 Pause
19:00 Abfahrt zum Gallustheater
20:00 Performance im Gallustheater: paradiesmedial: Wir werden siegen!
anschl. Publikumsgespräch

Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 26.11.2008 17:21 | nach oben springen


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